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Gemeinde rüstet sich für einen möglichen Bundesliga-Aufstieg der Austria.

Das Reichshofstadion ist in die Jahre gekommen. Trotz der Mitte bzw. Ende der 90er-Jahre vorgenommenen Umbauarbeiten entspricht das 1952 erbaute Stadion nicht mehr den modernen Anforderungen in Sachen Komfort, Sicherheit und TV-Übertragungen. Der sportliche Höhenflug der Lustenauer Austria und die aufliegenden Pläne hinsichtlich der Rheinregulierung führen nun dazu, dass seitens der Gemeinde die Fußball-Infrastruktur neu beleuchtet wird. Laut Bürgermeister Kurt Fischer geht es dabei um eine Analyse, die sowohl den Nachwuchs- als auch den Profibereich betrifft. Für ihn müsste ein Gesamtkonzept sowohl den möglichen Wegfall der Trainingsplätze im Rheinvorland, die unbefriedigende Situation im Stadion Holzstraße und den Plätzen am Wiesenrain sowie die Prüfung der Errichtung eines Bundesliga-tauglichen Stadions beinhalten. Diesbezüglich spricht Fischer nicht nur von einer Vision, sondern er möchte nun Nägel mit Köpfen machen. Zumal beim Gewinn des Meistertitels durch die Austria das Zeitfenster (Mai 2013) nicht allzu langen Spielraum lässt. Diesbezüglich herrscht zwischen Fischer und Sportreferent Bernd Bösch Einigkeit. Beide hoffen deshalb heute anlässlich der Gemeindevorstandssitzung auf einen Beschluss hinsichtlich einer Konzeptentwicklung. „Natürlich unter Einbeziehung beider Fußballvereine und einer Lösung für den Nachwuchs“, so Bösch. Einig sind sich Fischer und Bösch auch dahingehend, dass bis Saisonende feststehen muss, ob ein Neubau in Frage kommt oder ob das Reichshofstadion noch einmal saniert wird.

„Heißes Eisen“ Standortfrage
Für Fischer jedoch würde ein neues, multifunktionales Stadion die Marke Lustenau als Sporthochburg des Landes zusätzlich stärken. Er hebt in diesem Zusammenhang die Nachhaltigkeit hervor, für den „Spitzen-, aber auch den Breitensport“. Betonen möchte er aber auch, dass es sich nun um eine Konzepterstellung handelt und nicht um eine Entscheidung für einen Bauträger. Dass diesbezüglich lokales Wissen genutzt werden kann und soll, steht für ihn außer Frage. Immerhin gibt es von Rhomberg Bau ein fixfertiges Konzept, das die in Bregenz situierte Firma für den Stadionbau in St. Pölten eingereicht hat.
Sportreferent Bösch sieht in der Möglichkeit eines Neubaus die große Chance, die derzeitigen Probleme rund um Trainingsstätten inklusive Kunstrasen und Sanierungsfall Reichshofstadion als Gesamtlösung zu sehen. Wobei für ihn Trainingsplätze und Stadion nicht an einem Standort vereint sein müssten. Stichwort Standort: Die wohl wichtigste Frage wollen derzeit weder Fischer noch Bösch beantworten. Die Möglichkeiten hierfür sind allerdings beschränkt. Wirklich Platz für ein Stadion besteht wohl nur an der Gemeindegrenze Richtung Dornbirn bzw. Hohenems.

Zeit lässt nicht viel Spielraum
Noch beschäftigt man sich in Lustenau nicht mit der Standortfrage. Dringender ist für das Gemeindeoberhaupt die Konzeptentwicklung, um auch „gegenüber der Bundesliga argumentieren zu können“ (Fischer). Neben den beiden Profiklubs will er für die Entscheidungsfindung auch Stadionprofis gewinnen. So gibt es bereits Kontakt zu den Inhabern und Geschäftsführern des IFS (Institut für Sportstättenberatung GmbH), Dr. Claus Binz und Dr. Heiner Peschers. Auf deren Referenzliste stehen neben mehreren WM-Stadien in Deutschland auch kleinere Arenen wie die in Erfurt, Offenbach oder in Freiburg.
Fischer will der Diskussion bezüglich Stadion-Neubau ja oder nein offen entgegentreten und die wichtigen Fragen bezüglich Machbarkeit, Standort, Multifunktionalität sowie einem klaren Nutzer- und Betreiberkonzept rasch beantwortet wissen.