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ustrias neue Nummer eins, Christopher Knett, hat Vertrauen in die Qualität der Mannschaft.
Fussball. Ein echter Wiener geht nicht unter, auch wenn er sich in seinen Lehrjahren „Hochdeutsch“ angeeignet hat und sich seinen Start mit der Lustenauer Austria ein wenig anders vorgestellt hatte. „Da müssen wir uns selbst raus ziehen und müssen uns dafür den A... aufreißen“, sagt Christopher Knett. Und der neue Schlussmann wird sogleich zum Psychologen, wenn er lobende Worte über Teamkollegen und Trainer nachschickt: „Wir arbeiten gut und wir haben eine richtig starke Mannschaft.“

Er selbst ist jedenfalls „richtig gut“ angekommen in Lustenau. Der 23-Jährige hat sich schnell eingelebt und liegt mit Tormanntrainer Andreas Morscher auf „einer Linie“. Dazu trug auch das Wiedersehen mit Patrick Salomon (25) und Emanuel Sakic (22) bei. Klar, dass da zuweilen so richtig der Wiener Schmäh läuft. „Patrick kenne ich schon aus meiner Zeit bei Austria Wien. Er war schon bei den Älteren, die wir als Junge immer bewundert haben.“ Später dann führte der Weg der beiden beim FAC Team für Wien wieder zusammen. „Damals habe ich dort zusätzliche Einheiten eingeschoben“, erinnert sich Knett. Trainer beim FAC war damals Damir Canadi, dessen Gattin mit Knetts Mutter befreundet ist. Nun trainiert Canadi Austria-Konkurrent Altach – und Knett spürt schon die Vorfreude auf das erste Aufeinandertreffen am 30. August in der Cashpoint-Arena.

Das alles ist noch Zukunftsmusik, die Gegenwart sieht derzeit nicht ganz so rosig aus. „Wenn wir gegen die Vienna den ersten Sieg einfahren, dann schaut die Welt schon wieder rosiger aus“, ist er sich sicher. Als Torhüter jedenfalls macht er sich keine Gedanken um die momentane Abschlussschwäche seiner Vorderleute. „Ich konzentriere mich auf mich und mein Spiel. Es wäre aber auch ein Fehler, jetzt alles zu hinterfragen.“

Ausbildung in Deutschland

Der Weg des Wieners, der als Achtjähriger selbstbewusst beschloss, Torhüter zu werden, führte früh ins Ausland. Deshalb wechselte er nicht in die Akademie von Aus*tria Wien, sondern zum VfB Stuttgart. Von den Schwaben führte ihn sein Weg dann nach Hoffenheim, wo er auch Ramazan Özcan kennenlernte und wo er u. a. für die Amateurmannschaft spielte. Nebenbei machte Knett noch den Realschul-Abschluss – und verbesserte zudem seine fußballerischen Fähigkeiten. Das „offensive Tormannspiel“ habe er in Deutschland gelernt, als ehemaliger Feldspieler – im Jugendalter – habe er sich dabei durchaus leicht*getan.

Auch in Hoffenheim war der Hunger des ehrgeizigen Torhüters („Ich bin ein schlechter Verlierer“) nicht gestillt. Knett zog es weiter, und so passte es, dass sein damaliger Berater Uli Ferber im Aufsichtsrat beim süddeutschen Regionalligaklub Großaspach sitzt. Der Verein wurde seine zweite Heimat und Torwarttrainer Jörg Schlisske („Er hat mich sicherlich am meisten geprägt“) wie ein zweiter Vater. So fand Knett wieder Halt, nachdem er zum Ende seiner Hoffenheim-Zeit einen familiä*ren Schicksals*schlag – sein Vater verstarb – verkraften musste.

Im Sommer nun hat der Wiener den Weg zurück nach Österreich gewagt. „Man soll unser Niveau nicht immer runtermachen“, will er von einem Rückschritt nichts wissen. Vielmehr hatte ihn die Austria schon vor einem Jahr gereizt. Damals zerschlugen sich die Verhandlungen, nun aber passte es. Auch weil sich Kontakte zu deutschen Drittliga-Mannschaften zerschlagen hatten. Und nun ist für ihn die Zeit reif, endlich Spiele zu gewinnen – immerhin geht es ja gegen einen Wiener Verein. „Sport führt zusammen“, schmunzelt er und ist in Gedanken schon beim Spiel.