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Vor dem Horn-Spiel bringt es Stückler auf den Punkt: „Drei Punkte müssen her.“

342 Erste-Liga-Spiele hat Christoph Stückler auf dem Buckel, doch „ausgelernt“ hat der 33-Jährige scheinbar noch nicht. Vor allem das Jahr 2013 brachte und bringt den Austria-Kapitän immer wieder zum Nachdenken. Der Routinier jedenfalls stellt sich der Herausforderung, dass er und seine Mitspieler im heutigen Heimspiel gegen Horn (18.30 Uhr) drei Punkte einfahren müssen. „Wir müssen uns das Selbstvertrauen erarbeiten.“ Zudem bricht Stückler eine Lanze für Trainer Helgi Kolvidsson, unter dem er heute sein 75. Match bestreitet – so viele wie unter keinem anderen Coach in seiner Karriere.

Nach dem unbefriedigenden Saisonstart wurde nun viel gesprochen. Welche Schlüsse wurden gezogen?
Christoph Stückler: Nur mit Siegen, nur wenn wir die richtigen Ergebnisse liefern, wird auch Ruhe einkehren. Gegen Horn müssen drei Punkte her, sonst brennt der Hut. Uns muss einfach klar sein, dass wir das Glück und das Tor erzwingen müssen. So kann es jedenfalls nicht mehr weitergehen. Das Gute daran ist: Es kann eigentlich nur besser werden.

Nicht nur der Trainer, auch ihr Spieler musstet euch viel Kritik seitens des Präsidenten gefallen lassen?
Stückler: Es ist ja nicht so, dass wir nicht wollen. Vielleicht sieht es von der Tribüne manchmal so aus. Ein Spiel wie gegen Hartberg mit zwei verschossenen Elfmetern und einem Gegentor in Überzahl musst du als Mannschaft aber erst verdauen – vor allem im Kopf. Du fängst an, an dir zu zweifeln, hast Angst vor Fehlern und dann wirkt es vielleicht für Zuschauer so, als würde der Wille fehlen. Wir haben uns gesagt: Ein bisschen mehr kann sicher jeder aus sich rausholen. Über die Arbeit wollen wir uns wieder das Selbstvertrauen holen. Wir wissen ja, dass wir es können. Wir haben einen guten Kader. Jetzt heißt es, kompakt auftreten und am Platz als Einheit siegen.

Wie kann der Kapitän zur Entspannung der Lage beitragen?
Stückler: Im Spiel versuche ich die Mitspieler zu unterstützen. Aber ich kann nicht jeden Einzelnen antreiben. Wir haben ein paar Dinge angesprochen und versucht zu erklären. Aber eines möchte ich in aller Deutlichkeit sagen: Zu sagen, die Spieler wollen nicht, sie spielen gegen den Trainer, gegen den Verein – das ist ein absoluter Blödsinn.

Auf der Suche nach Erklärungen könnten da auch die vielen personellen Wechsel eine Rolle spielen. Immerhin kamen zu Saisonbeginn zwölf neue Spieler, praktisch jede Runde wurde die Mannschaft neu durchgemischt. Ein kontinuierlicher Aufbau schaut doch anders aus?
Stückler: Stimmt schon. Ich gebe aber zu bedenken, dass einige Wechsel durch Verletzungen erzwungen wurden, andere waren leistungsbedingt. Der Trainer hat reagiert, weil er nicht zufrieden war. Vieles reduziert sich halt auf das Ergebnis. Das muss jetzt gegen Horn passen.

Das hört sich ganz nach einem Pflichtsieg an?
Stückler: Von einem Pflichtsieg zu sprechen ist immer schwierig. Aber dieses Mal hilft es nichts. Wir wollen mit dem Trainer weiter*arbeiten – und zwar in Ruhe. Und deshalb müssen wir den Pflichtsieg einfahren.

Sie spielen seit 2006 in Vorarlberg und haben sicherlich schon vieles erlebt. Aber 2013 brachte wohl auch für Sie neue Erfahrungen?
Stückler: Absolut richtig. Es sind Dinge passiert, die ich noch nicht erlebt habe. Aber es wurden auch viele Sachen von außen zusammen- getragen. Das hat Druck aufgebaut. Diesen Druck spürt jetzt vor allem der Trainer. Deshalb müssen wir nun Ergebnisse liefern.